Körperorientierte Psychotherapie

Einsatzmöglichkeiten: Körperorientierte Psychotherapie


Während eines traumatisierenden Ereignisses entsteht bei der betroffenen Person der dringende Impuls zu Kampf und Flucht. Die dazu erforderliche Energie ergreift unseren Körper (und natürlich unsere Psyche sowie unser Denken) innerhalb von Sekundenbruchteilen. Dies äußert sich oft durch das spontane Bedürfnis, wegzulaufen oder Abwehrbewegungen auszuführen, aber auch durch vegetative (autonome, willentlich nicht beeinflussbare) Stress-Reaktionen, wie Erhöhung des Blutdrucks, Verbesserung der Durchblutung von Knochen- und Muskel-Gewebe, Erweiterung der Atemwege, Beschleunigung der Herztätigkeit, Ausschüttung von Stress-Hormonen, Zittern, Mundtrockenheit, Beschleunigung der Atmung etc. Oft kann diese enorme für Kampf und Flucht erforderliche Energie jedoch nicht ausagiert werden, weil dies aufgrund der traumatisierenden Situation nicht möglich ist. In solchen Fällen kann es zu einem Energie-Stau kommen, der zusammen mit anderen Ursachen zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Posttraumatischen Belastungsstörung und zu weiteren Trauma-Folgestörungen führen kann. Dies ist ein klassisches Einsatzgebiet für die Körperorientierte Psychotherapie.

Aber auch unabhängig von enstandenen Traumata können Menschen in einen Zustand geraten, in dem sie sich kaum noch angemessen spüren und fühlen. Ein solcher Zustand kann entstehen, wenn Menschen über längere Zeit immer wieder seelisch verletzt, abgewertet, gedemütigt, beschimpft und missachtet werden. Ihr Unterbewusstsein kann dann, um die Seele vor weiteren Schäden zu schützen, die Gefühlsempfindungen so weit reduzieren, dass die Betroffenen kaum noch eigene Bedürfnisse, Wünsche, Motivation oder Lebensfreude empfinden. In solchen Fällen ist es wichtig, dass diese Menschen wieder zu fühlen und sich selbst wieder wahrzunehmen lernen. Dieser emotionale Zugang kann über die körperorientierte Psychotherapie gebahnt werden.