Dissoziation

Was ist Dissoziation?


Unter Dissoziation versteht man die Auflösung der Verbindung seelischer Funktionen aus ihrem gesunden Gesamt-Zusammenhang. Eine Dissoziation macht sich durch dissoziative Symptome bemerkbar.

Betroffen sein können Bewegungen/Motorik, Empfindungen, Gedächtnis, Bewusstsein, Wahrnehmung und unser Identitätempfinden, die nicht mehr angemessen in Beziehung zueinander gesetzt werden und nicht mehr als Ganzes wirken können. Dabei werden belastende Erlebnis- bzw. Realitätsinhalte nicht mehr gesund/angemessen seelisch integriert und verarbeitet.

Es ist etwa so, als würden einzelne Teile eines Puzzles herausfallen. Das Puzzle verliert damit einen Teil seiner Gesamtwirkung und Aussagekraft. Die herausgefallenen Einzelteile bleiben erhalten, ergeben jedoch nicht mehr den vollständigen Sinn, da sie nur im Gesamt-Zusammenhang angemessen wirksam sein können.

Was ist ein Trauma?


Ein psychisches Trauma ist eine schwere Verletzung des seelischen Zustandes durch das Erleben eines kritischen, oft lebensbedrohlichen Ereignisses. Für den Betroffenen stellt die erlebte Situation eine erhebliche seelische Belastung dar, die unbedingt durch eine wirksame Traumatherapie professionell behandelt werden sollte.

Wie entsteht Dissoziation ?


Für die Psyche des Betroffenen stellt sich in einer solchen Situation die Frage, ob sie diese Verletzung angemessen verarbeiten kann oder ob die Verletzung so tiefgreifend ist, dass durch den Versuch, das Erlebnis zu verarbeiten nachhaltig seelischer Schaden droht. Im zweiten Fall wird das System des Betroffenen das belastende Erlebnis verdrängen oder dissoziieren. Das bedeutet, dass unser System den als belastend erlebten Realitätsausschnitt (das belastende Ereignis) aus unserer Erlebensverarbeitung ausschließt und als unverarbeiteten Realitätsschnipsel so im System des Betroffenen speichert. Der Betroffene braucht sich so (zunächst) nicht mit dem belastenden Ereignis auseinander zu setzen und erspart sich somit Angst und seelischen Schmerz. Auf diese Weise schützt sich die Seele.

Dieser Vorgang vollzieht sich unbewusst und ist völlig normal/gesund.

Problematisch wird es erst, wenn die Verarbeitung des belastenden Erlebnisses nicht angemessen nachgeholt werden kann oder das traumatische Erlebnis zu einem späteren Zeitpunkt durch ähnliche Auslöse-Reize getriggert wird (Re-Traumatisierung). Reichen dann die Ressourcen des Betroffenen nicht aus, um damit angemessen umzugehen, entstehen oft sogenannte Trauma-Folgestörungen.

Über das Verdrängungsgeschehen hinaus kann der Betroffene Zustände entwickeln, die es ihm nicht mehr erlauben, Wahrnehmungen, Bewusstsein, Empfindungen, Bewegungen, Erinnerungen mit seiner eigenen Identität in Zusammenhang zu bringen und als gemeinsam zusammenwirkende psychische Funktionen zu integrieren (Dissoziation).

Eine der oftmals dabei entstehenden Trauma-Folgestörungen ist die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

Dissoziation

Dissoziation und Verdrängung sind normale/gesunde Mechanismen unseres Systems, die dem Schutz unserer Seele dienen. Sie lösen belastende Erlebnisanteile aus unserer Realitätswahrnehmung heraus, um sie zu einem späteren ressourcen-stabileren Zeitpunkt zu integrieren. Gelingt dies nicht, können dissoziative Symptome entstehen, die unbedingt traumatherapeutisch behandelt werden sollten.

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