Digitaler Burnout

Was ist Digitaler Burnout?


Digitaler Burnout ist der Oberbegriff für mehrere
 Belastungen und Erschöpfungssymptome, die durch eine unangemessen intensive Nutzung digitaler Medien/Plattformen verursacht werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt (Jan/2023) ist Digitaler Burnout nicht als Erkrankung oder Krankheit definiert, kann jedoch ohne Behandlung und gezielte Korrektur der Lebensführung zu ernsten Störungen/Belastungen mit Krankheitswert führen.

Digitaler Burnout

„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen!

Lucius Annaeus Seneca
röm. Philosoph u. Naturforscher
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Wie zeigt sich Digitaler Burnout?

Digitaler Burnout kann sich durch viele unterschiedliche Symptome und Auswirkungen zeigen. Nicht selten wird der Rückgang von Konzentration und Aufmerksamkeit beobachtet. Weiterhin zeigen sich häufig deutliche Defizite in den Bereichen Vorstellungskraft, Fantasie und Kreativität. Es kann zu einer Verflachung der Wahrnehmung kommen. Die kognitive und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen kann erheblich gestört werden. Hinzu kommen oft auch das Gefühl der körperlichen, emotionalen und mentalen Überforderung sowie erhöhte Reizbarkeit. Das Motivations- und Leistungsniveau kann erheblich absinken und es können sich belastende Veränderungen im Umgang mit anderen Menschen zeigen. Nicht selten wird ein erheblicher sozialer Rückzug aus den Beziehungen zu anderen Menschen beobachtet. Oft folgen depressive Symptome.

Mechanismen des Digitalen Burnout?

Die Mechanismen des Digitalen Burnout sind gegenwärtig (Jan/2023) noch
nicht exakt erforscht; einige Gemeinsamkeiten der zunehmend häufiger auftretenden Fälle sind jedoch bereits bekannt.

Wichtige Aspekte des Digitalen Burnout sind die Angst, nicht zu der Gemeinschaft, mit der sich Betroffene identifizieren, dazuzugehören. Die Idee, „abgehängt zu werden“, d.h. ganz archaisch „ohne den Schutz der Gruppe auf sich alleine gestellt zu sein“, triggert unbewusste Existenzängste und das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn Betroffene nicht ständig für Nachrichten empfangsbereit sind und sich nicht als „sozial aktiv“ und erkennbar erweisen, in dem sie auf Nachrichten antworten. Denn letztlich geht es auch darum, zu beweisen, dass den Betroffenen die Mitgliedschaft in der Gruppe wichtig ist (Identifikation), sie noch Teil der Gruppe sind und von den anderen Mitgliedern der Gruppe wahrgenommen und als wichtig erachtet werden.

Auswirkungen

Mit der Zeit gewinnt die Gruppe mit ihrem digitalen Kommunikationsverhalten eine unangemessen vorherrschende Bedeutung im Leben der Betroffenen, wogegen die individuelle Bedeutung der Identität Betroffener mit all ihren Bedürfnissen und Wünschen immer mehr in den Hintergrund gerät. Tendentiell gewinnt die Gruppe so immer mehr Macht und ihr Einwirken auf die Betroffenen ist entscheidend dafür, „wie sie sich im Alltag fühlen dürfen“.

So kommt eine Abwärtsspirale der Belastung in Gang, die immer mehr Lebensbereiche einnimmt und aufgehalten werden muss.

Ziel der Therapie ist, das digitale Kommunikationsverhalten angemessen zu gestalten und die Voraussetzungen für einen wahlfreien und entspannten Umgang mit digitalen Medien/digitaler Kommunikation zu schaffen.